Karwendel

Karwendel: Die schönsten Plätze

Beim Karwendel handelt es sich um eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen. Der größte Teil, genauer gesagt rund 80%, liegt in Tirol. Die restlichen 20% gehören zu Bayern. Außerdem verläuft die Grenze über die Nördliche Karwendelkette und das Vorkarwendel. Von Westen nach Osten ziehen sich vier große Gebirgketten. Die Bezeichnung Karwendel entstand aus dem altdeutschen Familiennamen Gerwentil. Dieser wurde 1280 erstmals erwähnt. Weiters war er ursprünglich nur auf das Karwendeltal bei Scharnitz beschränkt. Durch Hermann von Barth kam es im Zuge der Alpenschließung im 19. Jahrhundert zur Ausdehnung des Begriffes auf das gesamte Gebiet. Bekannt ist diese Gebirgsgruppe aufgrund des Naturparks Karwendel. Der Tiroler Anteil am Naturpark besitzt eine Größe von 727 km². Damit bildet es eines der größten Naturschutzgebiete der Ostalpen.

Der Große Ahornbogen

Im Naturpark Karwendel finden Sie zahlreiche Plätze, die Sie zumindest einmal gesehen haben sollten. Eines davon ist der Große Ahornbogen. Dieser bietet Ihnen mehr als nur eine einzigartige Landschaft. Dort finden Sie das Almdorf mit seiner 1000-jährigen Geschichte. Die älteste Urkunde stammt von 1460. Jedoch reicht die Almwirtschaft wahrscheinlich viel weiter zurück. Uralte Grundrechte sind mit den Almflächen verbunden. Diese werden durch die Bauern aus dem mittleren Tiroler Unterinntal bis heute weitergeführt. Weiters hat sich dort die Schaukäserei entwickelt. Dort wird aus der Almilch seit mehreren Jahren eine der besten Käsesorten Tirols hergestellt. Nahezu der gesamte Käse wird an Besucher verkauft. Wenn Sie also zum Großen Ahornbogen gelangen, sollten Sie sich den leckeren Almkäse vom Ahornboden nicht entgehen lassen.

Die Gleirschklamm

Am Gleirschklamm finden Sie die Rauwacke. Dabei handelt es sich um einen fast schwammartigen Kalkstein. Die sich dort befindenden Gesteine gehen auf die Jura- bzw. Triaszeit zurück. Dies erkennen Sie an den unterschiedlichen, meist grau-weißen Färbungen der Wände. Durch die ständige Arbeit des Wildwassers kommen auch Muschelreste zu Tage. Verglichen zu anderen Schluchten ist das Bachbett weit. Während einer Wanderungen können Sie Hände und Füße im kühlen und erfrischenden Wasser eintauchen. Am Gleirschklamm finden Sie zahlreiche seltene Pflanzen wie beispielsweise einige Orchideenarten mit den ausgefeiltesten Blüten. Auch Tiere beheimaten die Wände der Gleirschklamm. Wenn Sie etwas Glück haben, können Sie Alpensalamander oder Wasseramseln entdecken.
Orchideen am Karwendel

Am Karwendel finden Sie zahlreiche wunderschöne Orchideenarten!

Die Hochplatte

Dieser eher unscheinbare Gipfel liegt oberhalb von Achenkirch. Genauer gesagt zwischen der Seekarspitze im Süden und dem Rofangebirge im Osten. Gerade die Lage macht es zu einem besonderen Ort. Von der erhöhten Warte aus können Sie nämlich die umliegenden Gipfel und die endlose Weite des Alpenvorlandes genießen. Die Alpenflora blüht hier vielfältig und bunt. Am Wegesrand zur Kleinzemmalm finden Sie hier zahlreiche seltene Orchideenarten. Abgesehen von Gämsen, können Sie außerdem auch Steinböcke mit einem Fernglas von der Hochplatte beobachten. Wenn Sie besonders aufmerksam sind, können Sie ein hohes Pfeifen vom Talkessel der Kleinzemmalm hören. Dort lebt nämlich eine Murmetierkolonie. Auch ziehen Steinadler hier häufig ihre Kreise. Schlussendlich haben Sie die Möglichkeit, eine Rundwanderung anzugehen. Auf der Seewaldhütte können Sie schließlich eine Pause einlegen und sogar übernachten.

Weitere interessante Plätze rund um das Karwendel sind das Halltal sowie das Hinterriß, die einzige Dauersiedlung im Karwendel. Ebenso sollten Sie sich die Wolfsklamm, die Mondscheinspitze sowie die Lalidererwände, die wohl berühmtesten Nordwände der Kalkalpen, nicht entgehen lassen.